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Die Zärtlichkeit der Mameloschen

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Nizza Thobi - kleine Frau mit großer Stimme

Landsberger Tagblatt - Artikel vom 25.09.2008

Reise von Wilna nach Jerusalem

Landsberg (löbh) - Ein kleines Persönchen mit großen dunklen Augen und kohlrabenschwarzem Haar - und einer riesigen Chansonstimme, das ist Nizza Thobi. Im evangelischen Gemeindesaal in Landsberg, im Rahmen der jüdischen Tage, steht sie barfuss vor dem Publikum, hat schnell Kontakt zu ihm hergestellt und beschert ihm einen ergreifenden Abend. „Jiddisch is gor nischt asoj schwer“ heißt ihr Programm, mit dem sie die Zuhörer auf eine Reise von Wilna in Litauen nach Jerusalem in Israel mitnimmt. Nizza Thobi pflastert die Reiseroute mit Fotodokumenten aus den letzten hundert Jahren und kann jeweils sehr viel dazu erzählen. Unterwegs trifft sie bekannte jüdische Schriftsteller, Poeten, Maler. Sie kennt ihre Schicksale, deckt Querverbindungen auf. Vor allem aber hat sie deren Gedichte vertont und singt.

Begleitet wird sie von Petra Amasreiter (Violine), die ziemlich perfekt den harten Strich führt, wie er bei Klezmer-Musik üblich ist. Am Flügel sitzt Peter Wegele, begnadeter Arrangeur von Nizza Thobis Musikstücken. Sie singt von der „Kleinen Ruth“ (Jehuda Amichai), die nicht emigrieren kann und in einem Konzentrationslager umkommt, weil sie bei einem Unfall ein Bein verloren hat. Sie stimmt mit „Papierene Kinder“ das Klagelied einer Mutter an, die ihren ausgewanderten Nachwuchs nur noch von Fotografien kennt. Sie singt „Geto“ (Kasriel Broydo) und beschreibt damit das Leben im Wilnaer Ghetto. Ihre Botschaft ist, dass es immer Hoffnung gibt, mag die Situation noch so ausweglos sein. Und wenn alle Stricke reißen, wie beim Kutscher, der sein ganzes Hab und Gut vertrinkt: „Gott ist allmächtig“.

Leben: Nizza Thobi (München) hat bereits einige CDs herausgebracht, unter anderem „jiddisch is gor nischt asoj schwer“. Sie ist jeden 4. Freitag im Monat um 19:00 Uhr in „Radio Lora 92.4“ zu hören, hat dort bekannte Persönlichkeiten zu Gast und interviewt sie.

Nicht nur betroffen

Sängerin lässt Geschichte jiddischer Dichter aufleben

Eindringliches vokales Mahnmal

 

"Auf der Bühne zu Hause"

" ... Es existiert nur ein kleiner Kreis von Musikern, die in der Lage sind, die Tradition des Jiddischen mit dem nötigen Einfühlungsvermögen fortzuführen. Zu dem Kreis zählt, die aus Israel stammende Nizza Thobi... Die tiefe und dunkle, unendlich samtene Stimme der Nizza Thobi schmeichelte sich von Lied zu Lied tiefer in die Herzen der Zuhörer... "

" ... Unbestrittener Star des Abends war jedoch Nizza Thobi aus Israel . Seit längerem widmet sich die temperamentvolle Künstlerin dem jiddischen Lied und stellte auf der Wuppertaler Opernbühne einen ganzen Zyklus Gettolieder vor ; der mit Brillanz vorgetragene Gesang rückte die in Text und Melodie strenge und ernste Schilderung des Schicksals der vernichteten Gemeinden in die Nähe kunstvollen französischen Chansons . So sang sie vor mäusenstilem Publikum vom Massaker in Ponar, vom Heimweh nach dem glanzvollem Wilna, vom Abschied aus der Heimat nach einem Pogrom, als das "hois in asch und brant" dalag ... "

1. Jiddisches Festival im Wuppertaler Opernhaus
Gerd Korinthenberg, Jüdische Allgemeine

" ... Und immer wieder dieses Gefühl der Wehmut und der Sprachlosigkeit, wenn Nizza Thobi ein "Liedele in Jiddisch" singt ... Was an Nizza Thobi beeindruckt, ist ein bestechendes Einfühlungsvermögen, den Nerv der Texte und Melodien zu treffen ... Mit Charme und Charisma begleitet sie ihr Publikum durch die Lieder, eine zierliche und leidenschaftliche Chansonette, die ihre Zuhörer wie von selbst ansteckt ... Wie eine Lautmalerei des Schmerzes und der Schwermütigkeit kommt ihr Jiddisch über die Lippen ...

" ...Sie sucht den Dialog mit dem Publikum, das sie zu einer Art Volksliedsingen animiert, und sie mischt Ernstes und Heiteres, ohne daß ein Bruch entsteht ... Ihrer Mischung aus Charme und Humor, Stolz und Selbstbewußtsein setzt sie aber auch noch eine Prise philologischen Ehrgeiz zu : Sie erläutert ihre Texte und stellt Beziehungen her zu den deutschen Lehnwörtern, die aus dem Hebräischen kommen... "

Theater Rechts der Isar, Karl Robert Brachtel
Münchner Merkur

" ... Ein Hauch von Exotik und Mystik schlich sich in die Grafinger Stadthalle, als sie die Bühne betrat, ein. Mit jiddischen und hebräischen Liedern verzauberte sie das Publikum, ließ es zwischen schnellen und langsamen Stücken hin- und hertänzeln. Doch egal, ob sie ein Loblied auf Vilnius anstimmte oder das Lied eines Mannes, "der alles vertrinkt", das dünne, zarte Band der Melancholie zerreißt nie. Mit einem für ihre körperliche Größe, erstaunlichen Stimmdruck begeisterte und feuerte sie das Publikum an ... "

Grafinger Stadthalle, Maks Schefer
Süddeutsche Zeitung

"... Das Publikum ließ sich von der Melodiösität der Lieder und vom eindringlichen Gesang Nizza Thobis gefangen nehmen, von der Intensität ihrer Stimme, die mit viel Gefühl den Inhalten der Verse nachspürte"...

1. Woche der Brüderlichkeit, Bayreuth aktuell
Franken Post

" ... Mit Charme und Charisma begleitete Nizza Thobi das Publikum durch das Programm ihres Liederabends. ... Behutsam versteht sie es , auch auf der Gitarre, die sie häufig als perkussionistisches Instrument einsetzt, Tonfall und Timbre zu wechseln ... Nizza Thobi leistete mit ihrem Liederabend einen Beitrag gegen das Vergessen und gewährte dem Publikum einen musikalischen Einblick in das jüdische Leben von gestern und heute ... "

Israel-Tage in Münster, 
Münstersches Feuilleton

" ... die hebräischen Texte, reinste Poesie bekannter und unbekannter Poeten liest sie auf Deutsch vor und lässt mit Erläuterungen und Dias das Publikum Anteil nehmen an den Schöpfern ihrer Lieder und ihren Schicksalen. Das Schicksal des Wilnaer Ghettos, einst eines der Zentren jüdischen Lebens in Europa, steht im Mittelpunkt vieler Lieder... Auch das Burleske, Komische, Ironische hat seinen Platz in den jiddischen Liedern... Lebenslust, Gottvertrauen und Trauer, sie wohnen in vielen Liedern nebeneinander ... "

Stadthalle Bayreuth, Andreas Gewinner
Nordbayerischer Kurier

Bayreuth Archiv Feedback Woche der Brüderlichkeit 1987